Das Wort und Spiel Ensemble


 
 

VIER MINUTEN ZWÖLF SEKUNDEN VON JAMES FRITZ

Mit diesem packenden Kammerspiel hat James Fritz, wie der GUARDIAN schreibt, „ein erschreckend komisches Drama über das digitale Zeitalter“ verfasst. Nach großen Erfolgen in London ist das virtuose Stück nun erstmals in der Schweiz auf der Bühne zu sehen. Mit Anleihen aus Krimi und Psychodrama ist es zudem witzig und vor allem hochaktuell. Der 17-Jährige Jack ist der Augapfel seiner Eltern Di und David, die ihm jeden Stein aus dem Weg räumen. Sie wünschen sich für ihn ein Leben voller Möglichkeiten. Und es läuft gut: Jack ist sympathisch, clever und beendet gerade erfolgreich die Schule – ein Jurastudium winkt. Doch da passiert es: Ein Video im Internet, das Jack beim Sex zeigt, wirft Fragen auf und droht alles zu ruinieren. Wer hat das Video hochgeladen und was ist überhaupt zu sehen? Di und David beginnen an allem zu zweifeln: an Jacks Freunden, an Jack und zuletzt an sich selbst – was ist die Wahrheit und gibt es sie überhaupt? Was als modernes Märchen beginnt, wird zum emotionalen Krimi, in dem moralische Sicherheiten kollabieren und Beziehungen wie Kartenhäuser zusammenbrechen. James Fritz versteht es, dramaturgisch brillant das Publikum immer wieder auf die falsche Fährte zu locken: Erkenntnisse und Gewissheiten wanken, man ist hin- und hergerissen, oft überrascht, oft schockiert. Hinter jedem Satz lauert das Unvermutete, der Abgrund und die Ungewissheit. Dieses Stück trifft den Nerv einer Zeit, in der Smartphones und Selfies allgegenwärtig sind und die Privatsphäre sich auflöst. Nicht nur der gute Ruf, sondern das Leben steht auf dem Spiel – denn das Netz entzieht sich jeglicher Kontrolle. Und: Es kennt kein Vergessen.